Indira Mohini - Autorin Undercover


Endspurt Manuskriptteil 1

Die Überarbeitung des Manuskriptteils hat länger gedauert, als geplant. Statt nur letztes und diese Wochenende daran zu basteln, hat es mich die ganze Woche beschäftigt und wird es wohl auch noch bis Sonntag weiter tun.

Aber dafür sind dann alle Stellen, die ich noch so lala fand, ausgemerzt. Zwei, drei Knackpunkte sind deutlich logischer verankert und einige Ereignisse aktiver mit den Figuren verquickt. (dazu mag Zuckermans Bestseller Lektüre durchaus ein Quentchen beigetragen haben. )

Mal sehen ob mein Agent bei der Duchsicht nächste Woche genauso begeistert ist.

 

Nebenbei habe ich übrigens brandaktuell tolles neues Recherchematerial für den anderen Roman, den ich parallel in der Mache habe, aufgetan.

Die Ereignisse passen so haargenau, dass er mir fast schon wie eine Fügung des Schicksals vorkommt. Die Verlage werden sich darum reißen. Hoffentlich.

Enthusiastische und arbeitssame Grüße
Indi

27.6.08 18:56


Weil es gerade so schön passt

Hier zwei Zitate, zum Thema Lernen:

Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück. (Laotse)

Es ist weise, aus jeder Quelle zu lernen - von einem Trunkenbold, einem Tropf und einem alten Pantoffel. (Francois Rabelais )

LG
Indi

27.6.08 13:56


Reise in die Vergangenheit

Ich bin zwar noch nicht soooo alt und sitze auch nicht im Schaukelstuhl um meinen Enkeln wieder und wieder von den guten alten Zeiten zu erzählen, aber ich habe durchaus schon einiges erlebt.

Ein Brief hat mich gestern veranlasst, mir meine Studienzeit ins Gedächtnis zurück zu rufen.

Das erste Mal von zuhause weg.

Sich selbst versorgen, kochen, waschen, putzen.

Und dabei eine neue, fast grenzenlose Freiheit genießen.

Diese vier Jahre waren wie ein buntes Paralleluniversum für mich.

Als vorrangig (zumindest damals) hormongesteuertes Wesen war das Leben ein riesen großes Abenteuer. Eine Spielwiese, auf der ich unbefangen so manches Experiment gewagt habe, über das ich heute staune ... oder zumindest schmunzle.

Das Studim an sich lief bestens. Es war meine ganz eigene Wahl. Die Fächer interessierten mich. Ich lernte gern. Und im Gegensatz zum Gymnasium hatte ich gute Noten. Sehr gute Noten.

Abschluss mit 1,4.

Dann ging's zurück in die reale Welt. Und ich fand es genauso schmerzlich dieses Leben aufgeben zu müssen, wie nun vom Quell neuen Wissens abgschnitten zu sein.

 

Damals gab es kein Studium für kreatives Schreiben. Damals wäre ich wohl auch zu feige gewesen mich an der Uni Leipzig zu bewerben. Obwohl ...

Hin und wieder spiele ich mit dem Gedanken, es heute zu versuchen. Aber das Leben ist in Ketten gelegt, die schwer wiegen.

Klar könnte ich alles hinter mir lassen, wenn ich wollte. Aber will ich wirklich noch einmal büffeln, von Noten abhängig sein?
Hilft mir das Akademische Wissen beim Schreiben von Büchern?

Oder verhält es sich am Ende so wie nach meinem Studium, als ich bei meinem ersten Job erkannte, dass mein Wissen gut als Baisis ist, dass ich aber vom wirklichen Treiben in der Arbeitswelt keinen blassen Schimmer hatte.

Vielleicht sollte ich mal wieder ein Seminar besuchen, mich weiterbilden. Das stillt diese alte Sehnsucht vielleicht.

Leicht melancholische Grüße

Indi

27.6.08 09:07


Verlagsgeburten - Tops und Flopps

Immer wieder höre und lese ich von veröffentlichungswütigen Nachwuchsautoren, dass sie da einen ganz tollen neuen Verlag entdeckt haben, der noch Autoren sucht.

Mag sein, dass ein junger Verlag tatsächlich noch Autoren sucht. Wenn es allerdings ein seriöser Verlag ist, dann sucht er nicht mittels Werbebanner auf seiner Homepage oder gar mittels Ausschreibung in einschlägigen Foren.

Woran kann man einen seriösen neunen Verlag erkennen?
(zusätzlich zu den Punkten, die ich schon in meinem Beitrag Ketzerei - was ist ein richtiger Verlag aufgezählt habe) 

Ganz einfach an seinem professionellen Verhalten.
Seriös ist ein Verlag, wenn er die Spielregeln der Branche kennt und sich nach ihnen richtet.

Und was heißt das bitteschön genau?

Ein seriöser Verlag plant sein Verlagsprogramm. Er bringt lieber gezielt nur 1-5 Titel zu den jeweiligen Programmterminen (Frühjahr/Herbst) heraus, statt kleckerweise immer mal das, was gerade hereinflattert. Denn das entspricht dem Arbeitsrhythmus des Buchhändlers.

Ein seriöser Verlag investiert sein Geld in Pressearbeit und Verlagsvertreter, um seinen Verlag bekannt zu machen, statt von den Autoren (die im Normalfall Marketing-Laien sind) zu verlangen, selbst für sich zu werben.

Ein seriöser Verlag läßt sich seinen Internet-Auftritt und seine Prospekte von einem Profi erstellen, statt dies als private Bastelarbeit in Eigenregie zu versuchen.

Ein seriöser Verlag weiß, dass seine Kunden die Buchhändler sind und nicht die Freunde und Familienmitglieder der Autoren.

Ein seriöser Verlag nimmt die Rabatt-Repressalien der einschlägigen Online-Buchportale als notwendiges Übel in Kauf, statt sich kurzerhand einen eigenen Shop zu baslten, weils ja billiger (aber eben nicht kundenorientiert!) ist.

Ein seriöser Verlag hat ein Verlagsprofil und wird nicht wahllos in jedem Genre einen Titel streuen.

Ein seriöser Verlag arbeitet mit Druckereien zusammen nicht mit 1-Klick-BOD-Dienstleistern.

 

Als Noname-Autor einen Vertrag bei einem neuen, gerade erst im Entstehen begriffenen Verlag zu bekommen ist im Grunde eher schwieriger als bei einem großen, etablierten Verlag.

Denn ein großer Verlag kann sich durchaus auch mal einen Flopp leisten. Ja, er kalkuliert Flopps sogar mit ein.

Bei einem jungen Verlag zehrt ein Flopp (der natürlich weit unter der Verkaufszahlengrenze eines großen Verlags angesiedelt ist) an der finanziellen Substanz.

Daher wird ein junger Verlag ein Manuskript dreimal mehr in den Händen drehen, bis er dem Autor einen Vertrag anbietet.

Ist doch logisch?

 

Alle anderen sogenannten Kleinverlage, die sich im Internet tummeln, mit mehr oder weniger greulichen Auftritten und Versprechungen, die mit Verträgen gleich im Doppelpack um sich werfen ... die sollte ein Autor, der das Schreiben nicht nur als spaßiges Hobby betrachtet, getrost links liegen lassen.


Aber das ist natürlich wieder nur meine ganz persönliche, rein subjektive Meinung.

Liebe Grüße
Indi

25.6.08 15:08


Rituale - von Schreibtriggern und Volumengewalt

Die meisten AutorInnen haben so ihre Rituale beim Schreiben. Manche brauchen einen bestimmten Ort, einen bestimmten Gemütszustand, spezielle Musik etc.

Ich liebe den Regen - das gleichmäßig strömende Geräusch, das alles andere in den Hintergrund drängt, die erfrischende Kühle, die er mit sich bringt. Regen tippt die Künstlerseite in mir an und läßt sie schwingen.
Ganz im Gegensatz zu Meeresrauschen. Das Rollen und Klatschen der Wellen an die Felsenküste oder auch nur den Strand macht mich wahnsinnig. Denn es zieht meine Aufmerksamkeit auf sich, lenkt mich ab.

Aber heute is nix mit Regen. Die Sonne drückt gegen die Fenster und auch dabei muss ein Profi schreiben können.

Zweiter Anker beim Schreiben ist Musik. Genau wie Regen muss sie gleichmäßig dahin plätschern, ohne besondere Höhen oder Tiefen. Denn mein Fokus soll ja auf dem Text bleiben.

Beim Schreiben höre ich also völlig andere Musik als sonst. Denn mein eigentlicher Musikgeschmack verlangt einen gewissen Grad an Bass, Härte, Volumengewalt.

Ein Beispiel gefällig? Disturbed - The Game.

Happy writing
Indira

 

24.6.08 10:29


Die drei magischen Buchstaben

Man, man, man.

Seit ich zu meinem Beitrag Welches Alter hätten se denn gern den TAG Sex eingetragen habe, erklimmen die Statistiktürmchen jeden Tag neue ungeahnte Höhen.

Also mal ehrlich, warum sucht ihr denn ausgerechnet in der Blogliste danach? Für sooowas gibt's doch nun wirklich andere Plattformen.

Aber wenn ich jetzt auch noch youp**n.com hier reinschreibe, bricht wahrscheinlich der Server zusammen.

Leicht alberne Grüße

Indi

23.6.08 20:40


Ketzerei - was ist ein richtiger Verlag?

Wie ihr an meiner (zugegebenermaßen noch kurzen) Linkliste erkennen könnt, bin ich Sympatisant des Fairlag Aktionsbündnisses für faire Verlage.

Das Ziel ist primär Aufklärung und das ist dringend nötig. Heutzutage fühlt sich offenbar jeder Dritte dazu berufen, zumindest ein Buch zu schreiben. Und selbstverständlich wird dieses eine Buch dann auch ein Bestseller (Vorsicht: beißende Ironie!).

Solche, sich selbst heillos überschätzende Leute, die selbstredend zu gut sind, um sich mit dem wahren Leben und der harten Arbeit der Literaturbranche auseinander zu setzten, sind meist leichte Beute für die Abzock-Maschienereie der DKZ-Verlage (= Druckkosten-Zuschusss-Verlage - das heißt, man zahlt die Produktion seiner Bücher selber!).

Verlag ist bei dieser Sorte Unternehmen sowieso irreführend. Denn im Grunde sind sie meist nichts anderes als ein Druckerei-Dienstleister ohne Anbindung an den Buchhändler-Vertrieb - ganz im Gegensatz zu einem richtigen Verlag.

Ja, ja man kann die Ware wohl auf Grund der ISBN bestellen, mit einer mehr oder weniger gruseligen Lieferzeit. Aber woher soll denn ein Käufer (wenn er denn solch ein Druckwerk wirklich haben will) von diesem Produkt wissen?

Die Regalplätze im Buchladen sind begrenzt. Da wird sehr genau überlegt und auf Qualität (Drucktechnisch, Lektoratstechnisch, Inhaltich) geschaut, bevor man dem Kunden etwas darbietet.

Nun gut ... macht euch selbst ein Bild. Das Aktionsbündnis ist unten rechts in der Spalte mit Logo verlinkt.

 

Aber was ist nun ein richtiger Verlag?

Hier beginnt die wahre Ketzterei - denn ich trete jetzt mit voller Überzeugung einigen ach so aufstrebenden NachwuchsautorInnen auf die Füße:

Ein richtiger Verlag sucht nicht lautstark nach Autoren.

Ein richtiger Verlag veranstaltet keine regelmäßigen Kurzgeschichten-Wettbewerbe, um sich dann von den an die Autoren verkauften Anthologien zu finanzieren.

Ein richtiger Verlag zahlt sowohl Vorschuss als auch Tantiemen.

Ein richtiger Verlag druckt Auflagen nicht unter einer vierstelligen Höhe.

Ein richtiger Verlag wird von Menschen geführt, die gute Bücher in einer guten Qualität auf dem Markt bringen wollen (und dabei etwas von Warenwirtschaftssystemen verstehen) und nicht von Autoren, die - weil sie vielleicht keinen anderen Verlag gefunden haben - ihre eigenen Werke jetzt selbst drucken wollen.

Ein richtiger Verlag hat Lektoren und Korrektoren, die das nicht nur hobbymäßig machen, sondern dafür ausgebildet sind.

Ein richtiger Verlag hat Illusstratoren und läßt sich die Cover nicht vom Autor mitliefern oder einen anderen Autor, der so gern malt, etwas beisteuern, weil es praktisch und billig ist.

Ein richtiger Verlag hat Verlagsvertreter, die zu den Buchhändlern reisen, um die jeweiligen Programme anzubieten.

Ein richtiger Verlag hat seine Bücher in den Buchläden liegen. Sein Sortiment kann in der Regel innerhalb von 24h bestellt werden und ist nicht nur im Internet (bei amazon und co.) kaufbar.

Ein richtiger Verlag hat eine professionell gestaltete Homepage, bei der man nicht Gefahr läuft Augenkrebs zu bekommen oder bei jedem zweiten Link auf den eigenen Web-Shop verlinkt wird.

Ein richtiger Verlag hat einen Stand auf den zwei großen deutschen Buchmessen in Frankfurt und Leipzig.

Ein richtiger Verlag öffnet einem in der Regel die Türen zu weiteren Veröffentlichungen bei richtigen Verlagen.

 

Wer ernsthaft veröffentlichen und auch gelesen werden will, dem empfehle ich, sich mit seinem Handwerk und den Spielregeln der Branche intensiv auseinander zu setzen.

Bücher schreiben und drucken ist ein Geschäft. Es geht um Geld, um mehr oder weniger Ruhm, um Qualität und um Marketing.

Seinen Roman bei einem (möchtegern) Kleinverlag zu veröffentlichen schadet meist dem Ansehen des Autors oder bringt ihn zumindest keinen Schritt näher an einen richtigen Verlag. Warum also sein Manuskript verschwenden, statt weiter an sich zu arbeiten?

Wer das nicht einsehen will, sondern sich hinter Stichworten wie Muse, Kunst und Berufung versteckt, der mag sein Werk auf einem Sockel ausstellen und glücklich werden.

Aber das ist natürlich nur meine persönliche, rein subjektive Sicht der Dinge.

ketzerische Grüße
Indi

23.6.08 09:32


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